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Mordheim: City of the Damned (PC)
Mordheim: City of the Damned
Titel Mordheim: City of the Damned (Deutsch)
Mordheim: City of the Damned (Englisch)
Veröffentlichung International 19.11.2015 von Focus Home Interactive
Genres Strategie-RPG
Multiplayer Online-Modus
Links Offizielle Website (Deutsch)
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
USK
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Mordheim: Mega Merkwürdig
Am 19. November veröffentlichte Focus Home Interactive die Adaption eines Tabletop Klassikers: Mordheim (dt. Mortheim). Dabei handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Brettspiel mit fertigen Figuren. 28 mm große Figuren werden in mühevoller Kleinstarbeit bemalt und dürfen sich zu der individuell gestalteten Bande gesellen. Viele Spieler investierten dementsprechend nicht nur viel Geld sondern auch viel Zeit in das Brett und gestalteten die zu großen Teilen von einem Kometen zerstörte Stadt Mordheim. Doch ist es möglich aus einem Tabletop-Game ein Game für den PC oder die heimische Konsole zu konstruieren?

Zum Tabletop-Game
Ab zwei Spielern aufwärts kann die Kampagne beginnen und ihr stellt euer Regiment zum Angriff auf. Eure Banden bestehen dabei aus 8-15 Figuren, die alle verschiedene Fähigkeiten besitzen. Diese sind abhängig von der Rasse, der Erfahrung, der Bewaffnung und vielen anderen Einflüssen. Interessant für viele Spieler ist hier der RPG-Charakter, denn je häufiger gekämpft wird, desto stärker wird eure Figur und erhält mehr Fertigkeiten. Nicht nur eure Erfahrung wird für den nächsten Kampf übernommen, sondern auch Verletzungen, die für euch zum Nachteil werden können. Der Kampf der Banden hat einen sehr tragischen Grund: Mordheim liegt in Trümmern, da die Stadt von einem Kometen getroffen wurde. Fast die gesamte Bevölkerung wurde ausradiert, doch der Komet bringt nicht nur Unheil und Tod, sondern auch ein Gestein, dem magische Eigenschaften zugesprochen werden. Diese seltenen Bruchstücke werden nun von etlichen Lebewesen und Monstern gesucht, die sich zu Banden zusammenschließen und um dieses konkurrieren.

Zum PC-Game
Euer Einstieg ist ähnlich unsanft. Die Stadt versinkt im Chaos und ständig drohen Überfälle feindlich gesinnter Banden. In den Ruinen könnt ihr nach Gegenständen und Waffen suchen oder ihr raubt die gefallenen Mitglieder anderer Banden aus. Das Konzept ähnelt dem Tabletop-Game.

Spielverlauf
Gleich am Anfang steht ihr vor der Qual der Wahl. Während PC-Spieler, die sich mit dem Tabletop-Game auskennen, nicht so große Schwierigkeiten bei der Entscheidung haben, überlegen Einsteiger erst, welcher der vier Typen es nun werden darf. Eine Ratte, die zum Clan der Skaven gehört und schnelle Angriffe ausführen kann oder soll es doch ein menschlicher Söldner werden, der in allen Bereiche gewisse Vorzüge besitzt. Bereits an dieser Stelle zeigt sich, dass es sich für den Spieler lohnen könnte, das Game mit jeder der Fraktionen (Menschliche Söldner, Skaven-Klan, Schwestern des Sigmar, Kult der Besessenen) ein Mal zu starten, um zu sehen, welche Fähigkeiten sich ausbilden lassen. Der Weg durch die Stadt beginnt im Truppenlager, in welchem zwölf Tutorials auf euch warten und hier kommt schon der erste Haken: nur ein Bruchteil der Funktionen eures Charakters und dessen Fähigkeiten oder Kampfstrategien werden vorgestellt und schnell steht ihr alleine da. In diesem Moment ist auch noch nicht klar, welche Charaktere eure Truppe positiv ergänzen und auf was ihr bei den Fertigkeiten achten müsst. In diesem Bereich liegt auch der Schwerpunkt eines RPG - völlig gleichgültig welches Gruppenmitglied ihr priorisiert, denn jeder Charakter kann sich unabhängig von seinem Posten in der Truppe entwickeln. Sobald ihr eure Truppe erstellt habt, könnt ihr euch ins Getümmel stürzen. Leider gibt es keinen wirklichen roten Faden in der Geschichte oder überraschende Wendungen; Potential hätte es gegeben. Die Umsetzung der Stadt mit einer düsteren und morbiden Atmosphäre gelingt nur teilweise, oft fehlt der nötige Gruselfaktor. Es ist nun also an der Zeit, dass ihr euch auf den Weg macht, um die magischen Wyrdsteine zu finden und so viele wie möglich zu sammeln.

Grafik und Perspektive
Eure Position und die der Feinde wird per Zufall entschieden, deshalb müsst ihr euch auf der Karte erst Mal einen Überblick verschaffen, wo euer potentielles Ziel Stellung bezogen hat. Jetzt kommt ein wichtiger Unterschied zu anderen taktischen rundenbasierten Rollenspielen: Es gibt keine Vogelperspektive! Aus der Third-Person-Perspektive wird immer der gerade gespielte Charakter begleitet. Diese Perspektive bringt Schwierigkeiten mit sich, da ihr euch nicht auf einem freien Feld bewegt, sondern in einer Stadt. Die Gassen sind sehr verwinkelt, es liegen Trümmer herum und es gibt Kellergewölbe. Zum Teil blockieren euch Wände die Sicht und die ganze Stadt wird zum endlosen Labyrinth. Gerade die Kameraperspektive wird zu Frust führen, wenn ihr in wichtigen Momenten nicht das vom Geschehen seht, was ihr sehen wollt. Hier zeigt sich auch gleich das nächste Manko, über das im Gameplay hinweggesehen worden ist, nämlich die Controller-Steuerung. Es wird deutlich, dass das Konzept für die Steuerung primär für Konsolen bzw. Controller entwickelt wurde, denn die Maus ist fast im gesamten Spiel nutzlos. Dementsprechend sensibel reagiert die Maus bei der Steuerung und muss in den Einstellungen angepasst werden.
Die Animationen der Figuren wirken auf den ersten Blick gelungen und interessant, bei genaueren Hinsehen fehlt die Individualität, die das Tabletop-Game mit sich bringt. Die Grafik ist nicht Up-To-Date und wirkt ziemlich flach. Später bemerkt man auch die Texturen-Tristesse. Trotzdem ist die Atmosphäre in den Stages oft ansprechend und die Grafik passabel. Mit der Zeit langweilt der Soundtrack, da sich dieser ständig wiederholt und so monoton wirkt.

Fazit
Wie bewertet man nun ein Spiel, das man am liebsten nach wenigen Minuten wieder deinstalliert hätte, weil es den Spieler nicht in das Gameplay einführt, wie es sich gehört? Die Gamergemeinde wird durch dieses Spiel in zwei Teile gerissen, nämlich die Fanbase der Warhammer-Games und alle jene, die den Trailer interessant fanden und die positiven Reviews gelesen haben. Es ist ganz klar, dass dieses Spiel von Fans für Fans entwickelt wurde und so muss es auch betrachtet werden. Mir waren die Tabletop-Games bekannt, Mordheim war mir nicht geläufig, aber gespielt habe ich bereits Warhammer. Für die Fanbase handelt es sich vermutlich um ein gelungenes Spiel, das viele Fertigkeiten und eine sehr umfangreiche Charakterentwicklung bietet, wie es sich für die Adaption des Tabletop-Games gehört. Die Atmosphäre ist gelungen und auch die animierten Charaktere werden Kenner schnell in ihr Herz schließen. Für alle anderen werden die negativen Punkte überwiegen. Es gibt keine echte Geschichte, die den Spieler fesseln könnte und wer schon bei anderen Spielen wegen der zweifelhaften Kamerapositionierung gelitten hat, wird sich auch hier sehr oft ärgern. Auch die Ladezeiten des Spiels sind im Vergleich zu ähnlich umfangreichen Spielen unnötig lang. Das Kampfgeschehen ist auch mehr als ungünstig gelöst, wenn es sich hier um ein taktisches Spiel handeln soll. Der Erstangriff wird über die Initiative entschieden, d.h. je höher die Initiative desto eher kann angegriffen werden. Da die angreifenden Horden nicht immer aus einer Mischgruppe bestehen, sondern manchmal nur eine Rasse umfassen, kann dies beim Zusammentreffen mit einer Horde Skaven (Ratten) für den Spieler tödlich enden, denn diese haben eine sehr hohe Initiative. Hier kommt ein weiterer Kritikpunkt an die Oberfläche. Eure Charaktere können sterben und sind dann für immer verloren. Das Konzept hinter dieser KI ist zwar gut gemeint, produziert aber NPC, die immer gleich handeln und so das Spielgeschehen sehr durchschaubar machen. Auch behandelt die KI jedes Mitglied seiner Bande einzeln, so kann es schon einige Minuten dauern, bis ihr wieder am Zug seid. Ebenfalls negativ aufgefallen ist die Behandlung des Inventars. Sind eure Kapazitäten erschöpft, könnt ihr keine Gegenstände mehr vom Boden aufnehmen, ohne zu einer Truhe zu gehen und Gegenstände zurückzulassen. Die Möglichkeit Gegenstände einfach auszutauschen fehlt. Auch könnt ihr gefallene Feinde nur ausrauben, wenn der Kampf noch nicht beendet ist. Habt ihr alle Gegner besiegt, endet das Match. Für erfahrene Spieler im Bereich der Fantasy-RPG bietet Mordheim nicht genügend Vielfalt, da es nur vier Fraktionen zur Auswahl gibt. Es fehlen die Orks, die Untoten oder andere interessante Charaktergruppen. Alles in allem bietet Mordheim zwar eine solide Grundlage, ist aber den Preis von fast 40 Euro nicht wert. Dafür gibt es noch zu viele Bugs und zu viele Schnitzer, die ein Spiel in dieser Preisklasse nicht haben darf. Fans der Warhammer-Games und speziell von Mordheim werden aber sehr erfreut über dieses Spiel sein. Für sie ist es durchaus empfehlenswert und sie wird der Preis auch nicht stören.

verfasst am 12.12.2015 von SunFish
Bewertung

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