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Fireworks: Alles eine Frage der Zeit
Fireworks: Alles eine Frage der Zeit
© 2017 TOHO / Aniplex / SHAFT / KADOKAWA / TOY‘S FACTORY / JR Kikaku / Lawson HMV Entertainment / LINE
Titel
Fireworks: Alles eine Frage der Zeit (Deutsch)
Fireworks (Englisch)
Uchiage Hanabi, Shita kara Miru ka? Yoko kara Miru ka? (Japanisch)
打ち上げ花火、下から見るか? 横から見るか? (Japanisch)
Typ Film
Synonyme Fireworks, Should We See It from the Side or the Bottom?
Studios Shaft
Veröffentlichung
Japan 1 Film (etwa 90 Minuten) (18.08.2017)
Deutschland 1 Film (etwa 90 Minuten) bei Universum Film (19.10.2018)
Genres Fantasy, Romance und Slice of Life
Regie Akiyuki Shinbo
Produzent Genki Kawamura
Musik Satoru Kōsaki
Links Offizielle Website (Japanisch)
Traum oder Wirklichkeit?
Inhalt
Auf dem Dorf am Meer ist nicht viel los und deshalb ist das Sommerfest samt Feuerwerk eine gelungene Abwechslung für die Clique. Den beiden Schulfreunden, Norimichi und Yusuke, wird klar, dass sie eine Schwärmerei für dasselbe Mädchen entwickelt haben: Nazuna. Ihr Leben gerät aber aus den Fugen, als ihre Mutter einen neuen Mann heiraten und wegziehen möchte. In ihrem jugendlichen Leichtsinn hegt sie den Plan, von daheim wegzulaufen – am besten mit ihrem heimlichen Schwarm. Doch dann gerät eine kleine glänzende Kugel, die Nazuna im Meer gefunden hatte, in die Hände von Norimichi und verändert den Lauf der Dinge.


Animation | Soundtrack
Deutlich zu erkennen ist die Ähnlichkeit der Charaktere zur Monogatari-Reihe aus dem Hause Shaft. Die Figuren erinnern dabei ein wenig an den Filmhit Your Name, was dem Anime seine Jugendlichkeit verleiht. Große Brüste oder andere hervorstechende Merkmale eines Menschen werden betont und dienen als Slapstickvorlage. Bei der Animation wurde nicht an CGI gespart, was den Film an einigen Stellen etwas holprig wirken lässt, da die Integration in den Hintergrund bzw. die Arbeit mit den Schatten nicht wirklich rund umgesetzt wurde. Ansonsten ist der Film sehr farbenfroh und greift die Stimmung mit verschiedenen Settings gut auf. Die ungewöhnlichen Perspektiven und Darstellungen der Feuerwerke sind ein nettes Schmankerl für den Zuschauer. Der Soundtrack ist ein Wechselbad der Gefühle. Eigentlich passt er sehr gut zum Anime, leider rücken die Instrumentalpassagen häufig in den Hintergrund oder werden von Dialogen überschattet. Vielleicht ist das auch so gewollt, denn gegen Ende des Films wird ein Lied samt Lyriks in den Fokus gerückt.

Synchronisation
Die Synchronisation ist sehr gut gelungen und die einzelnen Stimmen passen hervorragend zu den Charakteren. Die Stimmen der Hauptcharaktere Norimichi und Nazuna werden den Fans von Sword Art Online bekannt vorkommen.

Fazit
Die Geschichte ist vermutlich fast so alt wie die Zivilisation, wenn nicht gar älter. Zwei Jugendliche verlieben sich in dasselbe Mädchen und buhlen um ihre Aufmerksamkeit durch einen Wettkampf. Was diesen Film aber erst zu einem Drama macht, ist der Subplot mit der Frage nach der Form eines Feuerwerks: Ist es flach oder rund? Die Antwort auf diese Frage wird für Norimichi das Erkennungsmerkmal der Realität und leitet ihn durch ein Wirrwarr von Welten, bis er die augenscheinlich richtige gefunden hat. Dass er dabei eine Welt sucht, die nicht zwangsläufig die richtige für ihn selbst ist, ist ein Akt der Selbstlosigkeit, der mir erst bei dieser Rezension klar wurde. Anfangs war ich ein wenig verwirrt von der Struktur des Anime und dem eigentlich Sinn hinter dem Jugenddrama. Alles wirkte auf mich ein wenig diffus, dabei war es nur experimentell und im Nachklang eine gelungene Umsetzung eines Live-Action-Filmes aus den 90ern. Als ambitionierte Kinogängerin und Mitarbeiterin in einem Arthouse Kino beobachte ich selbstverständlich nicht nur das europäische oder amerikanische Box Office, sondern auch den japanischen Kinomarkt und deren Zuschauerzahlen. Da der Film quasi in einem Atemzug mit Your Name genannt und wegen der Mitarbeit eines Produzenten (Genki Kawamura) ebenjenes Films beworben wurde, war ich natürlich, nachdem ich die Zahlen des Box Office gesehen habe, sehr gespannt auf diesen Kassenschlager des Studio Shaft. Die ersten kurzen Rezensionen oder Bemerkungen zu dem Jugenddrama haben mich dann doch ziemlich verwirrt. In einschlägigen Foren oder auf Bewertungsseiten wurde der Film als schlecht bezeichnet und ich hatte den Verdacht, dass der Film vielleicht doch trivialer geworden ist, als viele erwartet hatten und nicht mit dem Tiefgang von Your Name mithalten konnte. Seit vielen Jahren gehe ich mit keiner besonderen Erwartungshaltung mehr an das Sichten von Filmen. Umso überraschter bin ich dann, wenn ich wirklich eine Perle finde. Den negativen Meinungen zur Story von Fireworks: Alles eine Frage der Zeit kann ich nicht nachvollziehen. Dass einige die Animation kritisieren, kann ich noch verstehen, aber an der Geschichte und ihrem Verlauf gibt es nichts zu meckern. Das Drama beginnt ruhig, in der klischeehaften Idylle eines Dorfes am Meer, wo der einzige Ärger im Unterricht wartet und jeder jeden kennt – meist auch die Geheimnisse des anderen, wenn es denn welche gibt. Alles plätschert vor sich hin und bis zu diesem Punkt wirkt alles trivial und normal, bis die kleine goldene Kugel ins Zentrum des Geschehens rückt und dem Zuschauer die Szene mit Nazuna ins Gedächtnis ruft. Dass diese Kugel alternative Wirklichkeiten auslöst, wenn man sie wirft, weiß bis dahin noch niemand. Schlagartig rückt die Romantik in den Hintergrund und bindet geschickt den Subplot ein. Dabei werden die Konjunktive in der Geschichte nun zum Hauptpfeiler des Erlebten, denn hätten Norimichis Freunde nicht die Diskussion über die Dimensionen eines Feuerwerks begonnen, wäre kein Marker da, an dem er die Wirklichkeit erkennt. Ob es nun Magie ist oder eine Zeitmaschine, die dies alles auslöst, ist für den Zuschauer völlig irrelevant. Die Figuren bleiben durchgehend glaubhaft, denn den ganzen Film hindurch zieht sich die Irrationalität und Achtlosigkeit der Jugend. Nazuna ist ein Beispiel für das Aufzeigen von Gegensätzlichkeiten: Im Schulalltag wirkt sie perfekt. Sie ist schön, sportlich und vermutlich auch gut in der Schule, doch sie hat einen Makel. Ihr Familienleben ist alles andere als perfekt und sie hasst ihre Mutter und ihren Stiefvater so leidenschaftlich, wie es nur Teenager können. Dieser Film macht scheinbare Belanglosigkeiten im Leben von Jugendlichen, wie die Diskussion über Feuerwerke oder den Gedanken an Flucht gleichzeitig zum Auslöser und zur Lösung des Problems. Mir war es ein Anliegen, die Lanze für diesen Film zu brechen, der im Moment bei vielen Leuten nicht gut wegkommt. Dabei ist er ein wunderschönes Jugenddrama, das mich mit seiner Leichtigkeit mehr an Die Stimme des Herzens erinnert, als an Your Name mit dem es nur beim Setting einige Gemeinsamkeiten hegt. Wer ein ruhiges und nicht zu kitschiges Drama sehen möchte, das ein wenig philosophiert, aber nicht zu tief abtaucht, der ist hier richtig. Ich kann es wirklich empfehlen!

verfasst am 24.10.2018 von SunFish
Bewertung

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